Sicher mit dem Auto auf Reisen: Warum der Fahrzeugcheck vor einer langen Fahrt wichtig ist

Eine Autoreise beginnt nicht erst auf der Autobahn. Gerade vor längeren Strecken sollte auch das Fahrzeug Teil der Reisevorbereitung sein. Während kleine technische Auffälligkeiten im täglichen Stadtverkehr manchmal lange unbemerkt bleiben, können mehrere hundert Kilometer Autobahn, hohe Temperaturen, starke Beladung oder Fahrten durch Gebirge das Auto deutlich stärker beanspruchen.

Reifen tragen die gesamte Reise

Der erste Blick sollte den Reifen gelten. Neben ausreichendem Profil spielen Zustand und Luftdruck eine wichtige Rolle. Bei einem voll beladenen Fahrzeug kann der vom Hersteller empfohlene Druck höher liegen als bei normaler Nutzung.

Der passende Wert ist je nach Modell beispielsweise in der Betriebsanleitung, am Türrahmen oder im Bereich des Tankdeckels angegeben.

Risse, Beulen oder andere sichtbare Beschädigungen sollten vor einer längeren Reise fachkundig beurteilt werden.

Bremsen werden auf Reisen stärker beansprucht

Besonders auf Strecken durch Mittelgebirge oder die Alpen werden Bremsen stärker gefordert als beim gewöhnlichen Pendeln. Wer bereits vor Reiseantritt ungewöhnliche Geräusche, Rubbeln oder eine veränderte Bremswirkung bemerkt, sollte die Ursache untersuchen lassen.

Flüssigkeitsstände und Sicht prüfen

Auch Motoröl, Kühlmittel und Scheibenwaschflüssigkeit verdienen Aufmerksamkeit. Welche Kontrollen Fahrer selbst durchführen können, hängt vom jeweiligen Fahrzeug ab.

Eine saubere Windschutzscheibe, funktionierende Wischerblätter und ausreichend Waschwasser erscheinen banal – bei Regen oder stark verschmutzter Scheibe werden sie jedoch unmittelbar sicherheitsrelevant.

HU-Plakette vor der Abfahrt ansehen

Zwischen Hotelbuchung, Routenplanung und Packliste gerät der HU-Termin schnell in Vergessenheit. Deshalb lohnt sich vor einer längeren Fahrt ein kurzer Blick auf die Prüfplakette.

Steht die Untersuchung ohnehin unmittelbar bevor, lässt sie sich gegebenenfalls noch vor der Reise erledigen. Fahrzeughalter aus der Hauptstadt können sich beispielsweise rechtzeitig um eine Hauptuntersuchung Berlin kümmern, statt das Thema erst nach mehreren Wochen Urlaub wieder aufzugreifen.

Mehr Gepäck bedeutet andere Bedingungen

Bei einer Urlaubsreise kommen häufig mehrere Personen, Koffer, Kinderwagen, Fahrräder oder eine Dachbox hinzu. Dadurch verändern sich Gewicht und teilweise auch das Fahrverhalten.

Schwere Gegenstände sollten möglichst tief verstaut und zuverlässig gegen Verrutschen gesichert werden. Die zulässige Gesamtmasse sowie bei Dachboxen und Fahrradträgern die jeweiligen Belastungsgrenzen dürfen nicht überschritten werden.

Auch an Pannen denken

Selbst ein gut gewartetes Auto kann unterwegs eine Panne haben. Deshalb sollten Warndreieck, Warnwesten und Verbandmaterial schnell erreichbar sein und nicht unter dem gesamten Urlaubsgepäck verschwinden.

Bei Fahrten ins Ausland ist zusätzlich zu prüfen, welche Ausrüstung dort vorgeschrieben wird und welche Verkehrsregeln gelten.

Elektroauto: Ladeplanung gehört zum Fahrzeugcheck

Bei einer längeren Reise mit einem Elektroauto kommt ein weiterer Punkt hinzu. Neben Reifen und technischer Kontrolle sollte auch die Ladeplanung vorbereitet werden. Besonders an stark frequentierten Reisetagen ist es sinnvoll, mehrere mögliche Ladestationen entlang der Strecke einzuplanen.

Fazit

Ein kurzer Fahrzeugcheck ist ein kleiner Bestandteil der Urlaubsvorbereitung, kann aber viel Ärger verhindern. Reifen, Bremsen, Beleuchtung, Flüssigkeiten, Scheiben und HU-Termin lassen sich bereits einige Tage vor der Abfahrt kontrollieren. So beginnt eine lange Autoreise nicht mit vermeidbarem Stress, sondern mit einem Fahrzeug, das möglichst gut auf die kommenden Kilometer vorbereitet ist.